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ich, Ich, ICH: – über die Inszenierung der eigenen Person

Es gehört zum Selbstverständnis der späten Moderne: Es sei die wichtigste und vornehmste Aufgabe des Menschen, sich selbst zu entfalten; seine Einzigartigkeit zu suchen und zu entwickeln; seine Authentizität zu leben; sein Leben spontan, erlebnisreich und freudvoll zu gestalten. Wozu sonst wäre man auf der Welt? Dieser Auftrag ist nicht leicht zu erfüllen, und in Wahrheit schafft er mehr Enttäuschung als Zufriedenheit ... [mehr]

Manfred Prisching
 

Der Mensch wird am Du zum Ich: Von der Selbstverwirklichung zur Beziehungsökologie

Zwei Reizwörter prägen die Spannung zwischen Psychotherapie und Seelsorge, nämlich „Selbstverwirklichung“ und „Selbstverleugnung“. Doch widerspiegeln sie wirklich das, was den Umgang mit dem Ich in beiden Fachbereichen kennzeichnet? Dazwischen liegt ein weites Land, sowohl therapeutisch als auch seelsorglich. Das Referat zeigt die vielfältigen Facetten von Ichkonzepten in Psychologie und Therapie, die weit über ichbezogene Selbstreflexion hinausgehen ... [mehr]

Samuel Pfeifer
 

"Man kann kein Seil spannen, wenn man es nur an einem Ende befestigt." Selbstverwirklichung in Gegenspannung zum Gehorsam

Heiner Müller, der rebellische agnostische Regisseur aus der DDR, beklagte 1994 das Verlöschen der Metaphysik. Die bloße Sehnsucht danach genüge nicht, wenn es keine metaphysischen Reserven mehr gebe, denn: „Man kann kein Seil spannen, wenn man es nur an einem Ende befestigt.“ Dieser Satz ist augenöffnend: Leben entfaltet sich immer in Spannung, im Hin und Her der sich beständig verschiebenden Herausforderungen durch Andere. Selbstdurchsetzung ist nicht Selbstverwirklichung ... [mehr]

Hanna Barbara Gerl-Falkovitz
 

Psychopathologie und Gehorsam

Psychodynamisch besteht der Mensch aus Bauch, Kopf und Herz. Der Bauch steht für Emotionen und Triebe – das berühmte Bauchgefühl. Er ist irrational, schwer steuerbar, weder gut noch schlecht und hält sich weder an „Prinzipien“ noch an Moral. Bei Freud ist der Bauch das „Es“. Mit dem Bauch begehrt der Mensch. Der Kopf hingegen... [mehr]

Raphael M. Bonelli
 

Gehorsam als gereinigte Freiheit: Gedanken zur christlichen Spiritualität des Gehorsams

Gehorsam ist kein Gegensatz zu Selbstverwirklichung und Freiheit, sondern ihre Reinigung und Befreiung von der Eigenmächtigkeit. Während Selbst-Verwirklichung oft genug zur Ich-Verwirklichung verkommt und damit um sich selbst kreist, ist Gehorsam immer dialogisch und bewährt sich in personalen Beziehungen. Solche gereinigte Freiheit tritt in Reingestalt vor unsere Augen in Jesus Christus, dessen radikaler Gehorsam zum Willen seines himmlischen Vaters ihn zum freiesten Menschen gemacht hat ... [mehr]

Kurt Koch